Supervision ist teuer und unbeschreiblich....

 

Entwicklung

 

schrieb Anfang der 80er das SOZIALMAGAZIN...

Nun, seit diesem Aufreißer ist viel Zeit ins Land gegangen und Supervision doch etwas beschreibbarer geworden (und die Frage des Preises ist auch eine Frage des Vergleichs).
Neben den vielen Autoren, die sich der Beschreibung dieser Beratungsform aus verschied enen Blickwinkeln genähert haben, hat sich vorallem die
Gesamhochschule Kassel mit der Einrichtung des universitären Studienganges "Supervision" und der wissenschaftlichen Erforschung und Beschreibung von Supervisionsprozessen seit 1976 in der Verbindung von Theorie und Praxis hervorgetan und mehr Licht in das scheinbare Dunkel gebracht.

Supervision, in den 50er zunächst als Unterstützung von SozialarbeiterInnen in der Einzel- fallhilfe ("Casework") begründet, hat sich längst aus der historischen Begrenzung auf soziale Arbeit weiterentwickelt und ist - in unterschiedlicher Breite und Ausprägung - in allen Bereichen professionellen Handelns vorfindbar, wo die Arbeit mit Klienten, Kunden oder "neu-europäisch und QM-gerecht": Nutzern die (wesentliche) Geschäftsgrundllage ist.
 

Exkurs
für
Interessierte

Exkurs für "branchenfremde, Interessierte": Supervision ist eine Beratungsform, die sich der Beziehungen zwischen Helfern und Klienten (..Verkäufern und Kunden...etc.) in der Weise nähert, daß auch die persönlichen Anteile des Helfers (...siehe vor...) an der Gestaltung der Beziehung daraufhin betrachtet werden, inwieweit sie hilfreich oder störend in diesem Beziehungsprozess sind. Supervison ist dabei in erster Linie ein Prozeß des Verstehens, d.h., der Supervisand (derjenige, der Supervision erhält) soll lernen, sich und seine Anteile im Prozeß besser zu verstehen. Ein vertieftes Verstehen des eigenen Selbst erleichtert das Verständnis des "Anderen" und ermöglicht damit einen angemesseneren Umgang mit den Klienten, Patienten oder Kunden - aber auch mit den Kollegen im Team.
Die Abgrenzung zur Psychotherapie ist von der Methode nicht gerade einfach (zumal von den Methoden her viel Nähe besteht), aber vom Focus (Brennpunkt resp. Hauptinteresse): die Supervison beschränkt sich auf die Dimension des beruflichen Handelns und Erlebens, die psychotherapeutischen Ansätze klammern berufliches Handeln nicht aus, konzentrieren sich aber eher auf die Persönlichkeit (und ihre Probleme) im privaten Beziehungsbereich.
Wer Supervision erhält, ist deshalb nicht "bedürftig", sondern professionell orientiert (in vielen Bereichen sozialer Arbeit ist die Teilnahme an Supervison professioneller Standard).

Ausbildung

  Supervisoren werden in der Bundesrepublik natürlich nicht nur an der GHK ausgebildet, sondern Akademien, Fachhochschulen und renommierte Institute bieten diese mehrjährige Zusatzausbildung an. Zulassungsvoraussetzung ist eine abgeschlossene Ausbildung mit i.d.R. mindestens 3 Jahren beruflicher Praxis unter eigener Supervision. Da der Begriff "Supervision" nicht geschützt ist, preisen allerdings auf dem "Markt" diverse Berufsgruppen ihre Supervisionsleistungen an - im Zweifelsfall empfiehlt es sich deshalb, bei der Auswahl kompetenten Rat bei erfahrenen Kollegen oder Berufsverbänden einzuholen.  

Kontakt

  Ein überregionales und "überparteiliches" Verzeichnis von Anlaufstellen oder Supervisoren scheint derzeit im Internet (noch) nicht zu bestehen - deshalb ist beabsichtigt, zumindest für jedes Bundesland an dieser Stelle einige Kontaktadressen zusammenzustellen. Einigermaßen geordnete Listen nimmt der Verfasser* als Erleichterung gerne entgegen.  
       
    Uwe Christian Parpart  

  *Der Verfasser ist vom "Fach" und u.a. für die Gesamthochschule Kassel von 1983-2003 als Lehrsupervisor tätigNach oben